Streaming, Social Media und KI haben den Musikmarkt fundamental verändert — die Rahmenbedingungen für heimische Künstler:innen und Unternehmen aber nicht. Wir fordern einen fairen Beitrag internationaler Streamingdienste zur Finanzierung des Musikstandorts Österreich.
Sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung,
sehr geehrte Abgeordnete.
Noch nie zuvor wurde so viel Musik konsumiert wie heute. Gleichzeitig verbleibt jedoch nur ein sehr geringer Teil der daraus entstehenden Wertschöpfung tatsächlich in Österreich. Streaming, Social Media und KI haben den Musikmarkt fundamental verändert.
Aktuelle Erhebungen zeigen, dass nur ein Bruchteil der in Österreich gestreamten Musik auf heimische Produktionen entfällt. Zwischen Nachfrage und tatsächlicher Sichtbarkeit besteht eine erhebliche Diskrepanz — verstärkt durch Empfehlungsalgorithmen, die internationale Repertoires bevorzugen.
Gerade Märkte wie Österreich geraten dadurch zunehmend unter Druck. Investitionen in lokale Repertoireentwicklung, Nachwuchsförderung und heimische Produktionsstrukturen haben nicht im selben Ausmaß mit dem Wachstum des Musikmarktes Schritt gehalten. Heimische Künstler:innen, Produzent:innen und Musikunternehmen haben dadurch immer größere Schwierigkeiten, sich in einem globalisierten Markt nachhaltig zu behaupten.
Dabei ist die Musikwirtschaft ein bedeutender Wirtschaftsfaktor: Die aktuelle Musikwirtschaftsstudie weist für Österreich jährlich rund 7,5 Milliarden Euro Wertschöpfung und etwa 117.000 direkte sowie gesicherte Arbeitsplätze aus. Musik ist nicht nur Kultur, sondern auch ein relevanter Wirtschafts-, Innovations- und Exportfaktor.
Wir fordern daher die Umsetzung des im Regierungsprogramm angekündigten fairen Beitrags internationaler Streamingdienste zur Finanzierung des Musikstandorts Österreich. Die daraus entstehenden Mittel sollen zweckgebunden in Musikproduktion, Nachwuchsförderung, Export, Professionalisierung und internationale Wettbewerbsfähigkeit investiert werden.
Österreich verfügt über außergewöhnliche Talente, kreative Vielfalt und internationales Potenzial. Was ihnen fehlt, sind faire strukturelle Rahmenbedingungen und ausreichende Investitionen in die Zukunft des Musikstandorts.
Musik aus Österreich braucht eine Zukunft.
Sorgen wir gemeinsam dafür.
Je mehr Stimmen, desto stärker das Signal. Jede Unterschrift zählt — ob als Künstler:in, Label, Verband oder einfach als Mensch, der heimische Musik liebt.

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